|
Worum es geht
Die deutsch-polnischen Beziehungen haben
einen neuen Tiefstand in der Nachkriegsgeschichte erreicht.
Im letzten Jahr störten zum einen außenpolitische
Differenzen im Irakkrieg und im europäischen Verfassungsgebungsprozess
das Nachbarschaftsverhältnis.
Zum anderen schürten revanchistische
Forderungen des Bundes der Vertriebenen die latenten
Ängste der polnischen Bevölkerung vor einer
nachgeholten deutschen Eroberung, sei es ökonomisch
durch Landkauf oder durch gerichtlich einklagbare Gebietsansprüche.
Nun wurde im polnischen Sejm eine Resolution verabschiedet,
die Deutschland zu Reparationszahlungen für Verluste
im Zweiten Weltkrieg auffordert.
Treibt jene Aggressionsspirale die beiden
Länder auseinander oder kann trotz der Irritationen
gemeinsam ein konsensfähiger Kompromiss gefunden
werden? Schließlich waren die deutsch-polnischen
Beziehungen stets durch intensiven Dialog und meist
beidseitig vorteilhafte Politik insbesondere bei den
EU-Beitrittsverhandlungen geprägt.
|
 |
Was wir vorhaben
Im Workshop soll weniger der Blick zurückgerichtet
als in die Zukunft gemeinsamer Nachbarschaft geworfen
werden. Nach einer Identifizierung der wichtigsten Einflussfaktoren
für das künftige Verhältnis der beiden
Länder entwerfen die Teilnehmer zusammen in Gruppenarbeit
vier alternative, plausible Szenarien, die den Entwicklungsstand
im Jahre 2020 beschreiben.
Die ausformulierten Zukunftsvorstellungen werden abschließend
im Plenum mit Diskussionsgästen hinsichtlich ihrer
Chancen und Risiken diskutiert.
Die entwickelten Szenarien sollen weder Wunschvorstellungen
noch Horrorvisionen illustrieren oder prognostizieren,
sondern alternative Entwicklungslinien umreißen,
um längerfristig zu denken und Konsequenzen gegenwärtigen
Handelns auf die Zukunft kritisch zu reflektieren.
Dabei eignen sich die Teilnehmer Kenntnisse zur Szenario-Methode
als auch zum Thema der deutsch-polnischen Beziehungen
an.
|